
Der Bruno Snell-Preis ist ein Preis der Mommsen-Gesellschaft zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses auf dem Gebiet des griechisch-römischen Altertums.
Seine Einrichtung wurde auf der Mitgliederversammlung 1989 in Eichstätt beschlossen. Benannt wurde der Preis nach Bruno Snell (1896-1986), einem der Begründer der Mommsen-Gesellschaft und ihr erstes Ehrenmitglied.
Beschreibung und Teilnahmebedingungen
Präambel
In der Absicht, den wissenschaftlichen Nachwuchs auf dem Gebiete des griechisch-römischen Altertums zu fördern, stiftet die Mommsen-Gesellschaft einen Preis für hervorragende Arbeiten auf den von ihr vertretenen Gebieten. Die Gesellschaft würdigt insbesondere Ergebnisse von interdisziplinärer Bedeutung in den altertumswissenschaftlichen Fächern.
§ 1
Der Preis wird alle zwei Jahre auf der wissenschaftlichen Tagung der Gesellschaft vergeben. Die/Der Erste Vorsitzende vollzieht den Akt der Preisverleihung mit einer kurzen Laudatio, die jeweilige Preisträgerin/der jeweilige Preisträger stellt ihre/seine Arbeit in einem Referat von maximal 30 Minuten vor.
§ 2
Der Preis ist mit 3.000 Euro aus dem Kapital der Gesellschaft dotiert.
§ 3
Vorschlagsrecht haben ausschließlich die Mitglieder der Gesellschaft. Eigenbewerbungen ohne einen Vorschlag durch ein Mitglied sind nicht möglich. Mitglieder können sich nicht selbst vorschlagen.
§ 4
Eingereicht werden können Arbeiten von Nachwuchswissenschaftler:innen, deren Abschluss nicht länger als zwei Jahre (vom Abschluss des Prüfungsverfahrens bis zum Termin der Bewerbung an gerechnet) zurückliegt.
§ 5
Die Jury wird jeweils von der Mitgliederversammlung auf Vorschlag des Vorstandes gewählt. Sie besteht aus drei Mitgliedern, nämlich je einer Wissenschaftlerin / einem Wissenschaftler aus dem Bereich der Klassischen Philologie, der Alten Geschichte sowie der Klassischen Archäologie, die jedoch nicht dem neuen Vorstand angehören und eines der Jurymitglieder zur/zum Juryvorsitzenden bestimmen.
Nähere Bestimmungen
§ 6
Bewerbungen sind bis spätestens 6 Monate vor Beginn der nächsten Tagung an die/den Juryvorsitzende/n zu richten, von der/dem der Vorstand zeitnah über die eingegangenen Bewerbungen in Kenntnis gesetzt wird. Einzureichen sind eine Zusammenfassung der Arbeit von drei bis fünf Seiten und eine elektronische Version der Arbeit sowie in der Regel die Gutachten. Die Jury kann im Verlauf des Verfahrens zusätzlich das komplette Manuskript in einer Druckfassung anfordern. Wiederholte Einreichung derselben Arbeit ist nicht möglich.
§ 7
Eventualien (wie z. B. Berücksichtigung der Finanzlage der Gesellschaft, Nichtvergebung des Preises usw.) werden nicht kasuistisch normiert, sondern jeweils vom amtierenden Vorstand mit der Jury geregelt.
Checkliste zur Teilnahme
- Vorschlag durch ein Mitglied der Gesellschaft
- Abschluss liegt nicht länger als 2 Jahre zurück
- Elektronische Version der Dissertations- bzw. Habilitationsschrift (PDF erwünscht)
- Zusammenfassung der Arbeit in 3–5 Seiten
- Alle Gutachten zur Arbeit
- Einzureichen bis spätestens 6 Monate vor Beginn der nächsten Großen Mommsen-Tagung
Bisherige Preisträger:innen
Markus Hafner
Funktion, Stimme, Fiktion. Studien zu Konzeptionen kooperativer Autorschaft in frühgriechischer und klassischer Literatur
Kai Preuß
Säkularität und Pastoral bei Augustinus von Hippo. Geschichte, Macht, Subjekt
Maximilian Rönnberg
Athen und Attika vom 11. bis zum frühen 6. Jh. v.Chr. –
Siedlungsgeschichte, politische Institutionalisierungs- und gesellschaftliche Formierungsprozesse
Claas Lattmann
Vom Dreieck zu Pyramiden. Mathematische Modellierung bei Platon zwischen Thales und Euklid
Hans Kopp
Thukydides und die Beherrschung des Meeres. Ein historiographisches Motiv und seine Bedeutung im 5. Jh. v. Chr.
Raphael Schwitter
Umbrosa lux. Obscuritas in der lateinischen Epistolographie der Spätantike
Johannes Wienand
Der Kaiser als Sieger. Metamorphosen triumphaler Herrschaft unter Constantin I.
Dennis Pausch
Livius und der Leser. Narrative Strukturen und literarische Techniken im livianischen Geschichtswerk
Andreas Hartmann
Zwischen Reliquie und Relikt. Objektbezogene Erinnerungspraktiken in antiken Gesellschaften
Christian Tornau
Zwischen Rhetorik und Philosophie. Augustins „De civitate Dei“ und ihr bildungsgeschichtlicher Hintergrund.
Johanna Fabricius
Soma/corpus. Körperbild und Körperkonzepte in der griechischen und römischen Kultur.
Gunnar Seelentag
Taten und Tugenden Trajans. Herrschaftsdarstellung im Principat.
Anne Friedrich
Das Symposium der „XII sapientes“. Kommentar und Verfasserfrage.
Susanne Muth
Erleben von Raum – Leben im Raum. Zur Funktion mythologischer Mosaikbilder in der römisch-kaiserzeitlichen Wohnarchitektur.
Farouk Grewing
Martial, Buch VI: Ein Kommentar.
Jens Holzhausen
Der „Mythos vom Menschen“ im hellenistischen Ägypten.
Ingeborg Kader
Archäologische Beobachtungen zur römischen Expansion im Gebiet des Nahen Ostens während der frühen Kaiserzeit.
Lutz Käppel
Das Theater von Epidauros. Die mathematische Grundidee des Gesamtentwurfs und ihr möglicher Sinn.
