Interdisziplinäre Konferenz
Datum: Mittwoch, 07.10. bis Freitag, 09.10.2026
Veranstaltungsort: Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Deadline: Freitag, 17.04.2026
Die interdisziplinäre Tagung befasst sich mit dem komplexen Verhältnis von Krieg und Umwelt im Kontext von Konflikten. Die Veranstaltung widmet sich schwerpunktmäßig der Antike und richtet sich insbesondere an Forschende aus den Bereichen Alte Geschichte, Klassische Philologie und Archäologie. Beiträge in Bezug auf andere Epochen sowie aus den naturwissenschaftlichen Disziplinen, die thematische, methodische oder theoretische Anschlussmöglichkeiten zu dem Thema eröffnen, sind ausdrücklich willkommen. Wir laden Sie herzlich ein, Vorschläge für Beiträge zu einer der fünf genannten Themenschwerpunkte einzureichen:
- Umwelt als Denkraum: Menschliches Nachdenken über Umweltfaktoren
Dieses Panel befasst sich mit den vielfältigen Arten, wie Umweltbedingungen das strategische Denken und die operative Planung von Feldzügen in der Antike geprägt haben. Befehlshaber mussten bei der Festlegung der effektivsten Routen für ihre Armeen die Landschaft sorgfältig berücksichtigen und die Vor- und Nachteile von Geländemerkmalen wie Bergen oder Flüssen abwägen. Wie beeinflussten dabei saisonale Veränderungen und Wetterphänomene den Verlauf eines Feldzuges? Wie erfolgte die Auswahl geeigneter Schlachtfelder und inwiefern wurde die Aufteilung zwischen See- und Landstreitkräften sowie die Wahl der Routen durch Umweltbedingungen bestimmt? Wie erfolgte die Integration von geografischem Wissen in die Strategie?
- Umwelt als Lebensraum: Natur als Lebensgrundlage und Zufluchtsort
In diesem Panel wird die logistische Dimension der Kriegsführung untersucht, wobei der Schwerpunkt darauf liegt, wie Menschen natürliche Ressourcen nutzten und sich an ihre Umgebung anpassten, um sich während eines Konflikts zu versorgen. Wie verlief die Organisation der Lebensmittelversorgung, ein kritischer Faktor, der sorgfältige Planung und Einfallsreichtum erforderte? Inwiefern waren Armeen auf die Nähe zur Küste angewiesen und in welchem Maße und mit welchen Mitteln wurden lokale Nahrungsquellen durch Jagd, Fischfang, Handel oder Plünderungen erschlossen? Welche Rolle spielte die Umgebung für die Aufrechterhaltung der Gesundheit und Moral eines Heeres und welche natürlichen Zufluchtsorte boten Schutz vor den Elementen ebenso wie vor feindlichen Angriffen?
- Umwelt als Gestaltungsraum: Umweltzerstörung durch menschliche Aktivitäten
Dieses Panel befasst sich mit direkten Eingriffen des Menschen in die Umwelt und deren Folgen. Hier verlagert sich der Fokus auf die direkten Auswirkungen menschlicher Aktivitäten auf die Umwelt infolge von Kriegshandlungen. Feldzüge erforderten teils groß angelegte Baumaßnahmen wie das Ausheben von Kanälen, den Bau von Brücken und die Errichtung von Festungen. Wie veränderten diese Eingriffe die Landschaft und welche dauerhaften Folgen sind erkennbar, die über die unmittelbaren Erfordernisse des Konflikts hinausgingen? Wo und inwiefern kam es dabei zu Umweltzerstörungen z. B. durch die Umleitung von Wasserquellen, großflächige Brände oder die Erschöpfung lebenswichtiger Ressourcen? Im Fokus stehen hier Analysen, die das Erbe des Krieges für die Umwelt untersuchen und dabei sowohl die beabsichtigten als auch die unbeabsichtigten Folgen militärischer Aktionen berücksichtigen.
- Umwelt als gestaltende Kraft: Beteiligung von Naturkräften in vormodernen Konflikten
In diesem Panel wird die Umwelt nicht nur als passiver Hintergrund, sondern als aktiver und (in)direkter Teilnehmer an Konflikten untersucht. In Erzählungen konnten Naturkräfte, wie z. B. Flussgötter, als Akteure personifiziert oder als Zeichen des Göttlichen, wie Sonnenfinsternisse, interpretiert werden. Umweltgefahren wie Stürme, Dürren und Erdbeben stellten militärische Operationen vor erhebliche Herausforderungen und konnten den Ausgang der Feldzüge beeinflussen. Beiträge zu diesem Panel sollten sich mit der symbolischen und praktischen Rolle von Umweltphänomenen in der Kriegsführung befassen sowie mit der Art und Weise, wie vormoderne Gesellschaften diese Kräfte verstanden und auf sie reagierten.
- Chancen und Herausforderungen: Verbindung von Erkenntnissen aus den Natur- und Literaturwissenschaften.
Das Panel befasst sich mit dem interdisziplinären Potenzial der Kombination von Erkenntnissen aus den Natur- und Literaturwissenschaften, um unser Verständnis der Mensch-Umwelt-Verbindungen in vormodernen Konflikten zu vertiefen. Dieser Ansatz ermöglicht eine umfassendere Analyse antiker Quellen unter Einbeziehung archäologischer, ökologischer und textlicher Belege. Hier können innovative Methoden und kritische Perspektiven diskutiert und Impulse vorgestellt werden, um die Disziplingrenzen bei der Arbeit an dem gemeinsamen Forschungsinteresse zu überwinden.
Format: Vorträge sind im Umfang von 20 Minuten, gefolgt von einer 10-minütigen Diskussion vorgesehen. In Panel 5 zur Verbindung von Erkenntnissen aus den Naturwissenschaften und Literaturwissenschaften besteht die Möglichkeit eines kurzen Impulsvortrags (10 Minuten) oder der Vorstellung eines interdisziplinären Projektes (10 Minuten).
Vorschläge für Vorträge (max. 1 Seite als Pdf-Dokument mit Angabe der gewünschten Vortragssprache: Englisch, Deutsch oder Französisch) können bis Freitag, den 17.04.2026 per E-Mail an samantha.philips(at)email.uni-kiel.de eingereicht werden. Die Übernachtungskosten der Vortragenden können übernommen werden, bei Bedarf kann außerdem ein Zuschuss zu den Reisekosten nach Kiel gezahlt werden. Eine Publikation der Konferenzgebnisse ist geplant.
Kontaktdaten:
Exzellenzcluster ROOTS
Subcluster Knowledge
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Institut für Klassische Altertumskunde – Abteilung Gräzistik
Prof. Dr. Andreas Schwab & Samantha Philips
Leibnizstraße 8
24118 Kiel
