Aristophanes und die Sophistik. Zur ästhetischen Transformation sophistischer Praktiken im Theater des späten fünften Jahrhunderts
Dissertation von Andreas Heinichen, gemeldet am 12.05.2026
Universität Leipzig, Institut für Klassische Philologie und Komparatistik
In meinem Dissertationsprojekt möchte ich die dramaturgische Verarbeitung sophistischen Auftretens, Denkens und Handelns durch Aristophanes systematisch untersuchen. Ich gehe von der Annahme aus, dass Aristophanes und andere dramatische Poeten, wie etwa Euripides, sich wirkungsvoller (sophistischer) Praktiken bedienten, weil sie diese als ästhetische Bereicherung ihres Materials empfanden. Methodisch konzentriere ich mich dabei auf Figurenkonstellationen, Bühnenbewegungen und Formen des Präsentierens und Einander-Gegenübertretens in ausgewählten Komödien des Aristophanes – in der Hauptsache Wolken, Wespen, Vögel, Thesmophoriazusen, Frösche – und beziehe vergleichend Stücke des Euripides sowie frühe platonische Inszenierungen sophistischen Auftretens ein. Die leitende Frage ist dabei, was dramatische Dichter des späten fünften Jahrhunderts der Sophistik in performativer und ästhetischer Hinsicht zu verdanken haben.
