Bremen/Bremerhaven
03.-09.05.2027
Deutsche Gesellschaft zur Förderung der Unterwasserarchäologie
Unter der Schirmherrschaft des Präsidenten des Senats der Freien Hansestadt Bremen
veranstaltet in enger Kooperation mit
Universität Bremen
Deutsches Schifffahrtsmuseum
Landesarchäologie Bremen
Einladung zur Einreichung von Beiträgen
Der Schiffstyp Kogge war die Grundlage des großen Handelserfolges der Hansevereinigung
im Mittelalter. Die Konstruktionselemente der Koggen zeichnen sich gegenüber ihren
Vorgängertypen durch einen bauchigen, hochbordigen Schiffskörper aus und wurden vom 12.
bis ins 16. Jh. mit durchlaufendem Deck und einem Bug- und Heckkastell ständig
weiterentwickelt. Dadurch konnten die Lastensegler auch beim Einsatz unter Bewaffnung als
„Kriegsschiffe“ bei der Bekämpfung von Piraten und in Seegefechten mit Gegnern innerhalb
und außerhalb der Hanse Dienst tun.
Die bekannten Handelsrouten der Bremer Hansekaufleute waren die Gewässer der Nordsee und
des Nordatlantiks. Die angesteuerten Handelsplätze und Faktoreien reichten von Island und
Bergen im Norden bis nach London und Brügge im Süden. Bremer Bier und
Handwerksprodukte wurden gegen Stockfisch, Wein und Tuch gehandelt.
Die Entdeckung der hölzernen Reste eines Schiffswracks in der Weser 1962 stellte eine
Sternstunde der deutschen Unterwasserarchäologie dar. Als Folge seiner Bergung,
wissenschaftlichen Bearbeitung und Konservierung wurde das Deutsche Schifffahrtsmuseum
in Bremerhaven gegründet. Dendrologische Untersuchungen der Hölzer ergaben eine Bauzeit
der Kogge um 1380. Bei archäologischen Notgrabungen der Grabungsfirma ArchaeoFirm in
Zusammenarbeit mit der Landesarchäologie Bremen wurden 2022 in einer Baugrube am
Teerhof über 100 Kalfaterklammern gefunden. Mit diesen „Sinteln“ wurden die Kalfaterleisten
über den Außenplanken befestigt, wie sie auch an der Bremmer Kogge verbaut vorgefunden
wurden. Ergänzend zu diesen „Sinteln“ wurden an der Teerhofbaustelle auch Holzreste in
Pfostenlöchern vorgefunden, geeignet für Baugerüste einer Helge.
Diese Befunde zusammen lassen darauf schließen, dass sich am Teerhof im Mittelalter eine
Werft befand, auf der die Bremer Kogge sich im Bau befand, als sie 1380 bei einem Hochwasser
in die Weser gespült wurde. Der Bremer Teerhof ist damit der bislang einzige archäologisch
nachgewiesene Bauplatz einer Kogge.
Die Konferenz IPR XXXII will einem internationalen Publikum ein Podium zur Präsentation
und Diskussion neuer Ergebnisse auf dem Gebiet der Unterwasserarchäologie, des
mittelalterlichen Schiffsbaus und von Werft- und Hafenlagen der Hansezeit bieten.
Kein Veranstaltungsort wäre hierfür geeigneter als die Freie Hansestadt Bremen und
Bremerhaven!
Der Vortragsteil der Konferenz wird ergänzt durch Exkursionen im Stadtgebiet der Freien
Hansestadt Bremen und Umgebung zu archäologischen Fundstellen und baulichen
Repräsentanten der Stadtentwicklung, die den wirtschaftlichen Erfolg der Freien Hansestadt
reflektieren. Hier soll die Wichtigkeit der Bewahrung des Kulturerbes im Boden und unter
Wasser betont werden. Fragestellungen zur Bremer Kogge, zum mittelalterlichen Schiffsbau,
zu Aspekten des internationalen Handels der Hanse und zu modernen Konservierungstechniken
werden an Nachbauten in Bremen und am Original im Deutschen Schifffahrtsmuseum in
Bremerhaven adressiert.
Bei einem geführten Stadtrundgang sollen den Teilnehmern auch Einblicke in die moderne
Logistikstadt Bremen gewährt werde.
Wie bei allen IPR-Konferenzen sind neben dem Hauptthema auch Beiträge aus allen Bereichen
der Unterwasserarchäologie und des Unterwasserkulturerbes willkommen.
Sie sind herzlich eingeladen, Ihre Vorschläge für Vorträge oder Poster mit Titel und einer
Zusammenfassung von bis zu 250 Wörtern (sowie zwei Abbildungen) bis spätestens 30.
September 2026 an folgende E-Mail-Adresse zu senden: ipr@deguwa.org
Alle Beiträge werden in SKYLLIS – Zeitschrift für maritime und limnische Archäologie und
Kulturgeschichte veröffentlicht. Erläuterungen zum wissenschaftlichen Programm sowie dem
umfangreichen Rahmenprogramm, den Veranstaltungsorten, Unterkunftsmöglichkeiten usw.
werden im November 2026 bekannt gegeben.
Das Organisationskomitee:
Dieter Bischop
Ralph Kunz
Lisanne Rinke
Ruth Schilling
Tassilo Schmitt
Peter Winterstein, Koordination
