Text, Tradition und Transformation in Spätantike und Früher Neuzeit: Intertextuelle Praktiken im Vergleich
Text, Tradition, and Transformation in Late Antiquity and the Early Modern Period: Intertextual Practices in Comparison
19-21 november 2026, LMU Munich
organised by Marco Besl and Claudia Wiener
-English below-
In Zeiten gesellschaftlichen Wandels scheint der Rückbezug auf kulturelle Tradition besonders dringend zu sein. In der literarischen Produktion ist diese Tendenz durch intertextuelle Techniken besonders gut nachzuvollziehen, mit denen der Anschluss an literarische Werke gesucht wird, deren anerkannte Autorität den jeweils aktuellen Aussagen und Schriften hohen Geltungsanspruch verleihen kann. Dem Phänomen der Intertextualität kommt so eine zentrale Bedeutung im Verständnis kultureller und gesellschaftlicher Transformationsprozesse zu.
Die Tagung möchte mit der Spätantike und der Frühen Neuzeit vergleichend in den Blick nehmen, in denen vor allem in der lateinischen und griechischen Literatur der Bezug auf Autoritäten der Vergangenheit kulturübergreifend betont wird, aber auch neu verhandelt werden muss. Autoritäten werden nicht nur rezipiert, sondern in neue Kontexte gesetzt. Die zugrundliegenden Praktiken und die daraus abzulesenden Zielsetzungen sollen analysiert und im Rahmen der Tagung miteinander verglichen werden. Für unsere eigene Methodenreflexion ist es darüber hinaus ein Anliegen der Tagung, die Möglichkeiten und Tendenzen heutiger philologischer, insbesondere digitaler Methoden bei der Erforschung von Intertextualitätsphänomenen in den Blick zu nehmen.
Zur internationalen Tagung im Rahmen des Exzellenzclusters (3061) Cross-Cultural Philology an der LMU München laden wir Sie herzlich ein, von Donnerstag, 19. November 2026, bis Samstag, 21. November 2026, nach München zu kommen. Willkommen sind Beiträge aus allen unterschiedlichen einschlägigen Fachdisziplinen in deutscher oder englischer Sprache. Wir freuen uns über Bewerbungen von etablierten Forschenden ebenso wie von NachwuchswissenschaftlerInnen mit Skizze des Vortrags (max. 1 Seite) und kurzem tabellarischem Lebenslauf bis zum 31.01.2026 an
In times of social change, the need to refer back to cultural tradition seems particularly urgent. In literary production, this tendency is evident in intertextual techniques, which establish connections with literary works of authority to lend credibility to current statements and writings. Intertextuality therefore plays a central role in understanding cultural and social transformation processes.
This conference will take a comparative look at Late antiquity and the Early modern period, when authorities of the past were emphasised across cultures in Latin and Greek literature, but also had to be renegotiated. These authorities were not only simply accepted but also transformed in new contexts. The underlying practices and objectives will be analysed and compared during the conference. In addition, the conference will examine the possibilities and trends of contemporary philological methods, especially digital ones, in the study of intertextual phenomena for our own methodological reflection.
We cordially invite to attend the international conference organised by the Cluster of Excellence (EXC 3061) Cross-Cultural Philology at Ludwig Maximilians University of Munich (LMU Munich) from Thursday, 19 November to Saturday, 21 November 2026 in Munich. Contributions from established researchers and early-career scholars of all relevant disciplines in German or English are welcome. Please submit an outline of your presentation (max. 1 page) and a short CV by 31 January 2026 to
Contact:
Dr. Marco Besl, LMU Munich



