Kostbare Miniaturen. Kunst des Steinschneidens in acht Jahrtausenden. Aus der Sammlung Werner Daum
Eine Ausstellung im Winckelmann-Museum Stendal (1. Februar bis 19. April 2026)
Es ist eine kleine Sensation: Das Winckelmann-Museum präsentiert in einer neuen Sonderausstellung
erlesene Werke der Steinschneidekunst aus insgesamt 8 Jahrtausenden. Die Miniaturen –
insbesondere hochwertige Gemmen, Kameen und Siegel – fiel der Winckelmann-Gesellschaft im
letzten Jahr quasi über Nacht von dem Sammler Dr. Werner Daum als Erbschaft zu. Der Berliner
Diplomat, Jurist und ausgewiesene Kunstkenner verstarb plötzlich während eines Aufenthaltes in
Albanien im Juli 2025. Sein gesamtes Vermögen konsequent für die Sammlung umsetzend, hatte
Daum im Lauf seines Lebens ca. 1600 Kunstgegenstände, zu denen u.a. auch Porzellan, Skulpturen
und Gemälde zählen, zusammengetragen.
Werner Daums Sammlungsfokus lag aber klar auf der Kunst des Steinschneidens. Es ging ihm hier
weniger um Einzelepochen, spezielles Gestein oder ausgewählte Bildthemen – sein Anspruch war
eine allumfassende Gesamtschau durch die Kulturen und Zeiten. Insgesamt 8 Jahrtausende umfasst
sein Nachlass, von den ältesten Siegeln aus dem 6. bis 4. Jahrtausend v. Chr., die zur Kennzeichnung
von Besitz, Verträgen und Vollmachten verwendet wurden, bis hin zu Kunstwerken der Moderne,
etwa eine Kamee des französischen Kubisten und Picasso-Vertrauten Georges Braque. Das macht die
Privatsammlung – und nunmehr ebenso die Ausstellung im Winckelmann-Museum – einzigartig.
Demgemäß führt die Ausstellung durch die Kulturen: Sie präsentiert Siegel und Petschaften von ihrem
Beginn bis in die Jetztzeit, mesopotamische Rollsiegel mit Keilschrift und Miniaturbildern, dann
Gemmen von der griechischen Frühzeit der Minoer (1500 v. Chr) bis in die nachantiken Epochen von
Renaissance bis Klassizismus. Diese meist Edel- oder Halbedelsteine mit feinsten in die Tiefe
geschnittenen Minaturbildern dienten den Griechen und Römern als Siegel, magisches Amulett oder
Schmuckstein für Ringe, Ohr- und Kettenschmuck. In der Ausstellung können sich die Besucher von
dem reichen Motivschatz der Gemmen mit Darstellung u.a. von Göttern, Herrschern, Helden, Mythen
oder Tieren überzeugen. Wie die Antike brachte auch die Neuzeit bekannte Steinschneider hervor, so
Giovanni Carandrelli oder Giovanni Pichler, denen später nicht selten der Vorwurf des Fälschens
nachgesagt wurde. Die Ausstellung zeigt mehrere Exemplare der Künstler, z. B. einen von Pichler
signierten Karneol mit Darstellung der berühmten Statue der Hercules Farnese.
In der Ausstellung ist außerdem eine große Sammlung herausragender Kameen, insbesondere des 17.
bis 20. Jahrhunderts, vertreten. Erhaben gefertigt aus Schichtsteinen, Muscheln oder Perlen
faszinieren die Kameen ebenso wie die Gemmen durch ihren reichen bildlichen Kosmos, vor allem
aus der antiken Mythologie. Beliebt waren zudem Profilporträts, etwa jene des französischen
Königspaares Louis XVI. und Marie Antoinette. Ein biblisches Motiv – die Geburt Christi – schnitt der
italienische Miniaturist Alessandro Masnago in Achat.
Die Besucherinnen und Besucher entdecken Überraschendes und qualitativ Hochwertiges, so die
Siegel des französischen Juweliers Jean-Valentin Morel mit den Chiffren des preußischen Königs
Friedrich Wilhelm III. und seiner Gattin Luise.
Die bis dato noch gar nicht oder nur in Ausnahmefällen der Öffentlichkeit präsentierten Exponate sind
noch bis 19. April in Stendal zu sehen.
Thematische Führungen:
15.02., 15.00 Uhr – Siegel – Gestalt und Gebrauch von der
Antike bis zur Neuzeit (Dr. Stephanie-Gerrit Bruer)
04.03., 15.30 Uhr – Edle Steine – feine Reliefs: Kameen,
Kleinkunst, Wedgwood-Keramik (Dr. Kathrin Schade)
12.04., 15.00 Uhr – Buchhaltung, Verträge und Betrug –
Dokumente in Keilschrift (Dr. Stephanie-Gerrit Bruer)
Vorträge und Lesungen:
11.03., 15.30 Uhr – Dr. Georg Neumann: Von magischen
Steinen, geheimnisvollen Bildern und gesiegeltem Recht
15.03., 15.00 Uhr – Dr. Eva Hofstetter / Jutta Kunze:
Wiederentdeckte jemenitische Märchen, gesammelt,
übersetzt und aufgeschrieben von Werner Daum
25.03., 15.00 Uhr – Dr. Axel Rügler: Die Gemmen des
Baron von Stosch: Winckelmanns Erkenntnis-Quell
für Kulturepochen und Ikonographie
08.04., 17.30 Uhr – Prof. Dr. Max Kunze: Fälscher oder
Künstler? Steinschneider der Winckelmann-Zeit
15.04., 17.30 Uhr – Dr. Eva Hofstetter: Königin von Saba –
eine historische Person?
19.04., 15.00 Uhr – Kunstnachlässe: Last oder Gewinn
Gesprächsrunde zur Finissage
https://www.winckelmann-gesellschaft.com/
https://www.winckelmann-gesellschaft.com/kostbare-miniaturen-kunst-des-steinschneidens-in-acht-jahrtausenden/
Es ist eine kleine Sensation: Das Winckelmann-Museum präsentiert in einer neuen Sonderausstellung
erlesene Werke der Steinschneidekunst aus insgesamt 8 Jahrtausenden. Die Miniaturen –
insbesondere hochwertige Gemmen, Kameen und Siegel – fiel der Winckelmann-Gesellschaft im
letzten Jahr quasi über Nacht von dem Sammler Dr. Werner Daum als Erbschaft zu. Der Berliner
Diplomat, Jurist und ausgewiesene Kunstkenner verstarb plötzlich während eines Aufenthaltes in
Albanien im Juli 2025. Sein gesamtes Vermögen konsequent für die Sammlung umsetzend, hatte
Daum im Lauf seines Lebens ca. 1600 Kunstgegenstände, zu denen u.a. auch Porzellan, Skulpturen
und Gemälde zählen, zusammengetragen.
Werner Daums Sammlungsfokus lag aber klar auf der Kunst des Steinschneidens. Es ging ihm hier
weniger um Einzelepochen, spezielles Gestein oder ausgewählte Bildthemen – sein Anspruch war
eine allumfassende Gesamtschau durch die Kulturen und Zeiten. Insgesamt 8 Jahrtausende umfasst
sein Nachlass, von den ältesten Siegeln aus dem 6. bis 4. Jahrtausend v. Chr., die zur Kennzeichnung
von Besitz, Verträgen und Vollmachten verwendet wurden, bis hin zu Kunstwerken der Moderne,
etwa eine Kamee des französischen Kubisten und Picasso-Vertrauten Georges Braque. Das macht die
Privatsammlung – und nunmehr ebenso die Ausstellung im Winckelmann-Museum – einzigartig.
Demgemäß führt die Ausstellung durch die Kulturen: Sie präsentiert Siegel und Petschaften von ihrem
Beginn bis in die Jetztzeit, mesopotamische Rollsiegel mit Keilschrift und Miniaturbildern, dann
Gemmen von der griechischen Frühzeit der Minoer (1500 v. Chr) bis in die nachantiken Epochen von
Renaissance bis Klassizismus. Diese meist Edel- oder Halbedelsteine mit feinsten in die Tiefe
geschnittenen Minaturbildern dienten den Griechen und Römern als Siegel, magisches Amulett oder
Schmuckstein für Ringe, Ohr- und Kettenschmuck. In der Ausstellung können sich die Besucher von
dem reichen Motivschatz der Gemmen mit Darstellung u.a. von Göttern, Herrschern, Helden, Mythen
oder Tieren überzeugen. Wie die Antike brachte auch die Neuzeit bekannte Steinschneider hervor, so
Giovanni Carandrelli oder Giovanni Pichler, denen später nicht selten der Vorwurf des Fälschens
nachgesagt wurde. Die Ausstellung zeigt mehrere Exemplare der Künstler, z. B. einen von Pichler
signierten Karneol mit Darstellung der berühmten Statue der Hercules Farnese.
In der Ausstellung ist außerdem eine große Sammlung herausragender Kameen, insbesondere des 17.
bis 20. Jahrhunderts, vertreten. Erhaben gefertigt aus Schichtsteinen, Muscheln oder Perlen
faszinieren die Kameen ebenso wie die Gemmen durch ihren reichen bildlichen Kosmos, vor allem
aus der antiken Mythologie. Beliebt waren zudem Profilporträts, etwa jene des französischen
Königspaares Louis XVI. und Marie Antoinette. Ein biblisches Motiv – die Geburt Christi – schnitt der
italienische Miniaturist Alessandro Masnago in Achat.
Die Besucherinnen und Besucher entdecken Überraschendes und qualitativ Hochwertiges, so die
Siegel des französischen Juweliers Jean-Valentin Morel mit den Chiffren des preußischen Königs
Friedrich Wilhelm III. und seiner Gattin Luise.
Die bis dato noch gar nicht oder nur in Ausnahmefällen der Öffentlichkeit präsentierten Exponate sind
noch bis 19. April in Stendal zu sehen.
Thematische Führungen:
15.02., 15.00 Uhr – Siegel – Gestalt und Gebrauch von der
Antike bis zur Neuzeit (Dr. Stephanie-Gerrit Bruer)
04.03., 15.30 Uhr – Edle Steine – feine Reliefs: Kameen,
Kleinkunst, Wedgwood-Keramik (Dr. Kathrin Schade)
12.04., 15.00 Uhr – Buchhaltung, Verträge und Betrug –
Dokumente in Keilschrift (Dr. Stephanie-Gerrit Bruer)
Vorträge und Lesungen:
11.03., 15.30 Uhr – Dr. Georg Neumann: Von magischen
Steinen, geheimnisvollen Bildern und gesiegeltem Recht
15.03., 15.00 Uhr – Dr. Eva Hofstetter / Jutta Kunze:
Wiederentdeckte jemenitische Märchen, gesammelt,
übersetzt und aufgeschrieben von Werner Daum
25.03., 15.00 Uhr – Dr. Axel Rügler: Die Gemmen des
Baron von Stosch: Winckelmanns Erkenntnis-Quell
für Kulturepochen und Ikonographie
08.04., 17.30 Uhr – Prof. Dr. Max Kunze: Fälscher oder
Künstler? Steinschneider der Winckelmann-Zeit
15.04., 17.30 Uhr – Dr. Eva Hofstetter: Königin von Saba –
eine historische Person?
19.04., 15.00 Uhr – Kunstnachlässe: Last oder Gewinn
Gesprächsrunde zur Finissage
https://www.winckelmann-gesellschaft.com/
https://www.winckelmann-gesellschaft.com/kostbare-miniaturen-kunst-des-steinschneidens-in-acht-jahrtausenden/



